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BVK-Fachtagung 2011 - Erfolgreiche Veranstaltung mit geballten Fachinformationen
Die Mitglieder des Bundesverbandes Korrosionsschutz (BVK) trafen sich zur Jahrestagung in Köln. Allgemein sieht man in der Branche optimistisch in die Zukunft und freut sich über die anziehende Baukonjunktur.
„Die Konjunktur hat im Jahr 2010 alle Prognosen übertroffen,“ diese erfreuliche Nachricht überbrachte Hans-Jörg Schmitz-Senge, Vorsitzender des Bundesverbandes Korrosionsschutz den mehr als 120 Teilnehmern gleich bei der Begrüßung. Allerdings hinke die Bauwirtschaft der konjunkturellen Entwicklung hinter her. Auch für dieses Jahr sind die Erwartungen hoch: Eine Umfrage unter den Mitgliedern des BVK hat ergeben, dass die Tendenz für 2011 positiv eingeschätzt wird. Schon vorab hatte Schmitz-Senge mit Stolz auf die Einführung des neuen KOR-Scheins sowie auf die aktualisierte Korrosionsschutz-Broschüre verwiesen.
Um die Fragen „Was sind Kontrollflächen“, „Wo und warum werden diese angelegt?“, „Warum und von wem werden sie angelegt“, „Wie viele und wie werden diese gekennzeichnet“, „Wem nützen sie“, „Was kosten sie“ und „Wer bezahlt Kontrollflächen“ ging es im einleitenden Vortrag von Joachim Pflugfelder von der Sika Chemie. Anhand von Praxis-Beispielen referierte er darüber, ob die aktuelle Durchführung und Überwachung von Kontrollflächen (nach Teil 7 der DIN EN ISO 12944) noch zeitgemäß ist.
Christoph Maier vom Verband der Druckfarben- und Lackindustrie (VdL) präsentierte den Entwurf einer Richtlinien über Kontrollflächen mit dem Ziel, einheitliche und fachgerechte Grundsätze für alle Beteiligten als Basis herzustellen. Die Meinungen der Teilnehmer in der anschließenden Diskussion über die vorgeschlagenen Richtlinien und über die Erfahrungen von Joachim Pflugfelder gingen weit auseinander.
Das Thema „Die volle Arbeitnehmerfreizügigkeit für mittel- und osteuropäische EU-Staaten“, die ab 1. Mai 2011 in Deutschland gültig wird, stand im Mittelpunkt der Beiträge von Guido Gormanns, Geschäftsführer des BVK und Rechtsanwalt Michael Frikell. Obschon die Einschränkungen der Arbeitnehmerfreizügigkeit und der Dienstleistungsfreiheit ab Mai entfallen, gilt es für deutsche Baubetriebe immer noch einige Stolpersteine zu beachten, falls Werkverträge mit Unternehmen aus den östlichen EU-Beitrittsstaaten geschlossen werden. Eingehend erläutert wurden besonders die Problematik der Scheinselbständigkeit, die Haftung des Hauptunternehmens für Mindestlöhne und Sozialversicherungsbeiträge sowie die Rechtsfolgen bei Verstößen aufgrund unzulässiger Arbeitnehmerüberlassung. Aufgezeigt wurden aber auch Möglichkeiten der Risikominimierung.
Die wichtigsten Merkmale des neuen KOR-Scheins, der zum 1. Januar 2011 den alten KOR-Schein abgelöst hat, stellte Harald Zweig vom Ausbildungsbeirat KOR-Schein vor und zählte die Institutionen auf, bei denen dieser Lehrgang durchgeführt werden kann.
Der Sachstand zur „Freisetzung faserförmiger Partikel“ bei Strahlarbeiten stand im Focus des Vortrags von Walter Gunreben von der BG BAU. Anhand von Untersuchungergebnissen zu verschiedenen Strahlmitteln konnte er die Branche beruhigen, dass es sich bei den vorgefundenen Partikeln nicht um Asbestfasern handelt. Ferner laufen erste Versuchsreihen an, die zeigen sollen, dass die bei Strahlarbeiten auftretenden Fasern, so sie denn in den menschlichen Organismus gelangen, auf natürlichem Wege abgebaut werden, so dass gesundheitliche Risiken auszuschließen sind. Baustellen auf denen die Berufsgenossenschaft Messungen zu diesem Thema durchführen kann, werden noch gesucht, um die Laborergebnisse abzusichern.
„Aktuelles aus dem Baurecht und Neuigkeiten aus der VOB“ stellte Rechtsanwalt Wolfgang Reinders vor. Im Mittelpunkt standen hier das Bauforderungssicherungsgesetz sowie die Separierungspflicht von Baugeldern. Anhand der Vorstellung verschiedener Vertragstypen - Globalpauschalvertrag, Detailpauschalvertrag und Festpreisvertrag – wurden ferner die vertraglichen Möglichkeiten zur Geltendmachung von Nachtragsleistungen bzw. zusätzlichen Leistungen erörtert.
Um „Beschichtungsschäden an innenbeschichteten Rohleitungen eines Luftspeicher-Gasturbinenkraftwerks“ drehte sich der Vortrag von Dipl.-Ing. Bernd Fronek von der Nietiedt GmbH Oberflächentechnik- und Malerbetriebe. Der Vortrag gab interessante Einblicke in die Funktionsweise eines Luftspeicher- Gasturbinenkraftwerkes und erklärte die Auswahl des Beschichtungssystems für die Rohrinnenbeschichtung. Anschauliches Bildmaterial beschrieb die Ausführung der Sanierungsarbeiten und die Schäden, die nach dem Durchlauf eines Probebetriebs zu erkennen waren. Gleichzeitig stellte er die Ergebnisse der Ursachenforschung des Instituts für Korrosionsschutz (IKS) in Dresden vor.
„Korrosionsschutz und Gerüstbau: Erwartungshaltung und Realität“ war das Thema des Vortrags von Josef Teupe, Geschäftsführer der Gesta – Gesellschaft für Stahlrohrgerüste mbH. Unterstützt von umfassendem Bildmaterial zeigte er auf, was bei der Gerüststellung für den Korrosionsschutz bereits in der Arbeitsvorbereitung zu beachten ist. Gleichzeitig erklärte er die Möglichkeiten der Abplanung und der Einhausung und stellte anhand von Positiv- und Negativ-Beispielen die Risiken dar.
Uwe Bader und Frank Schürstedt von der Lobbe Entsorgung GmbH stellten in ihrem Vortrag über die „Einführung des Elektronischen Abfallnachweisverfahrens (EANV)“ das Elektronische Nachweisverfahren und die qualifizierte elektronische Signatur mit der Signaturkarte vor. Im Zentrum der Betrachtung standen hier die Pflichten der Abfallentsorger ebenso wie Pflichten der Erzeuger und Beförderer. Basis des Vortrags waren erste Erfahrungen im eigenen Unternehmen nach der Umsetzung der EANV vor 11 Monaten.
BVK-Vorstand mit zwei neuen Köpfen
Im Mittelpunkt der geschlossenen Mitgliederversammlung des BVK, die im Anschluss an die Fachtagung stattfand, stand die Wahl des Vorstands. Der Vorsitzende Schmitz-Senge erhielt für vier weitere Jahre das Vertrauen der Mitgliedsunternehmen. In ihren Funktionen wurden ferner die amtierenden Vorstandsmitglieder Bernhard Hiller, Heiner Stahl und Harald Zweig bestätigt. Neu in das Vorstandsgremium wurden die Herren Philipp Suppan (Franz Dietrich AG) und Bernd Fronek (Firmenguppe Nietiedt) gewählt.
Neue Vorstandsriege des BVK: Heiner Stahl, Harald Zweig, Philipp Suppan, Hans-Jörg Schmitz-Senge, Bernhard Hiller und Bernd Fronek (v.l.n.r.)


